Die Einheit der Ummah

Die Shari’ah hat mit einem grundlegenden Prinzip festgelegt, die Menschen zur Vereinigung auf der Wahrheit zu rufen. Und die Menschen vor der Entsendung des Propheten ṣallallāhu 'alayhi wa sallam (Segen und Friede Allāhs sei auf ihm) waren gespalten, feindlich gesinnt. Sie bekämpften einander aufgrund des geringsten Vorwandes. Mal aufgrund einer Konkurrenz bzw. eines Wettbewerbs, wegen Wassers das getrunken wurde, oder wegen des Betretens des Nachbargrundstücks und aufgrund vieler Gründe, die zum Kampf der Menschen, ihrer aufspaltung und ihrer Streitigkeit führte.

So entsandte Allah subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) Muhammad ṣallallāhu 'alayhi wa sallam (Segen und Friede Allāhs sei auf ihm)

…während die Menschen gespalten, streitig und im Kampf waren und Er subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) vereinigte mit ihm ṣallallāhu 'alayhi wa sallam (Segen und Friede Allāhs sei auf ihm) das Wort. Wie Allah subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) sagt:

“Und haltet alle fest am Seil Allahs und geht nicht auseinander! Und gedenkt Allahs Gunst an euch, als ihr Feinde wart und Er dann eure Herzen zusammenführte, worauf ihr durch Seine Gunst Brüder wurdet. Und (als) ihr am Rande einer Feuergrube wart und Er euch dann davor errettete. So macht Allah euch Seine Zeichen klar, auf dass ihr rechtgeleitet werden möget!”

[3:103]

Und somit ist die Shari’ah eindeutig im Befehl des Vereinigens, der Zusammenarbeit im Guten, der Güte und Taqwa. Wie Er subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) sagte:

“Helft einander zur Güte und Gottesfurcht, aber helft einander nicht zur Sünde und feindseligem Vorgehen!”

[5:2]

Und Allah subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) verbot die Spaltung und machte klar, dass das Prinzip für die Vernichtung der Nationen und Zivilisationen, die Spaltung und Uneinigkeit ist. Wie Allah subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) sagte:

“Und seid nicht wie jene, die auseinander gingen und uneinig wurden, nachdem die klaren Beweise zu ihnen gekommen waren. Für jene gibt es gewaltige Strafe.”

[3:105]

Und wie Allah subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) sagte:

“Gewiss, mit denjenigen, die ihre Religion spalteten und zu Lagern geworden sind, hast du nichts gemeinsam. Ihre Angelegenheit steht (allein) bei Allah. Hierauf wird Er ihnen kundtun, was sie zu tun pflegten.”

[6:159]

Daher obliegt es jedem Einzelnen…

…der (muslimischen) Nation, dass er sich bemüht, das Wort der Schöpfung auf der Wahrheit zu vereinen, in dem Sinne, dass sie die Zufriedenheit bei Allahs subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) ersuchen. Und die Shari’ah besitzt zahlreiche Mittel, um dieses gewaltige Ziel zu verwirklichen. Dazu gehört, dass die Shari’ah die guten Charakterzüge befohlen hat und dazu anspornt, da sie zur Vereinigung und Zusammenkunft der Menschen führen, in dem Sinne, dass sie sich einander annähern aufgrund ihrer Charakterzüge. Und ebenso verbot die Shari’ah den Kontaktabbruch, das Meiden und die Feindschaft. Wie der Prophet ṣallallāhu 'alayhi wa sallam (Segen und Friede Allāhs sei auf ihm) sagte:

“Es ist dem Muslim nicht gestattet, seinen Bruder länger als drei Tage zu meiden.”

überliefert bei Bukhari und Muslim

Und der Prophet ṣallallāhu 'alayhi wa sallam (Segen und Friede Allāhs sei auf ihm) sagte:

“Hegt keine Feindschaft untereinander!”

Muslim, Birr, 38, Hadith Nr. 2563/4]

Er verbot die Feindschaft, dass man sich einander den Rücken zukehrt und sich voneinander abwendet. Und ebenso kam die Shari’ah mit dem Befehl zum guten Wort, da dies zur Annäherung der Herzen führt. Wie Allah subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) sagte:

“Und sag Meinen Dienern, sie sollen das, was am besten ist, sagen. Gewiß, der Satan stachelt zwischen ihnen (zu Zwietracht) auf. Der Satan ist dem Menschen ja ein deutlicher Feind.”

[17:53]

Gründe der Spaltung und Uneinigkeit

Und womit die Shari’ah in dieser Sache kam, ist das Verbot der Gründe, die zur Spaltung und Uneinigkeit führen. Und einer der gewaltigsten Gründe dafür ist der Fanatismus und die Parteilichkeit, in dem Sinne, das die Loyalität und Lossagung auf einem anderen Prinzip, als dem Prinzip des Islams aufbaut. Sei es durch die Mitgliedschaft bei einer Gruppe oder in einem Stamm oder jede Mitgliedschaft, anhand derer die Loyalität und Lossagung praktiziert wird. Sodass wir den, der in diese Definition eintritt, loyal behandeln und ihn lieben, und wer nicht darin eintritt, mit dem tun wir dies nicht, sondern wir feinden ihn an und hassen ihn. Das steht im Widerspruch zur Shari’ah und dem Prinzip der Loyalität zwischen den Gläubigen.

Wie Allah subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) sagte: “Die gläubigen Männer und Frauen sind einer des anderen Beschüter.”

[9:71]

Daher ist es nötig sich zu bemühen, das Wort der Schöpfung zu vereinen. Und jeder ist gefordert, dass er das Wort der Schöpfung vereint, je nach seiner Möglichkeit und in seinem Umfeld. Der Familienvater vereint seine Kinder, der Lehrer vereint seine Schüler, der Imam vereint die Gemeinde, wer eine Autorität besitzt, vereint die Leute unter seiner Hand und der Herrscher vereint die Menschen und ihr Wort und verbietet die Spaltung und Uneinigkeit. Und jeder Grund zur Spaltung oder Feindschaft muss vermieden werden, sodass das Wort der (muslimischen) Nation vereint wird und damit die Schöpfung zusammenkommt.

Vereinung des Wortes

Es ist also angebracht, dass die Gläubigen sich bemühen, ihr Wort zu vereinen. Erstens: Sie müssen sich bemühen, Allahs subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) Zufriedenheit zu erlangen, denn wessen Sorge die Zufriedenstellung Allahs subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) ist, der wird mit allen Mitteln versuchen, das Wort der Menschen zu vereinen, da dies Allah subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) zufriedenstellt. Zweitens: Man soll auf die Ziele im Jenseits schauen, sodass das Ziel des Menschen nicht nur das Diesseits ist. Denn wenn die Menschen nur auf das Diesseits schauen und dies ihre größte Beschäftigung ist und ihre größte Sorgte, so wird dies zum Streit und zum Kampf führen. Deshalb sagte der Prophet ṣallallāhu 'alayhi wa sallam (Segen und Friede Allāhs sei auf ihm) sinngemäß:

“Bei Allah, ich fürchte nicht die Armut für euch, sondern ich fürchte, dass euch das Diesseits geöffnet wird und ihr versucht es zu ergreifen und dann werdet ihr zugrunde gehen.”

Riyadhu s-Salihin: Hadith-Nr. 457, Buch 1, Kapitel 55

Daher braucht es eine Reinigung der Herzen, sodass aus ihnen die Bosheit, der Groll und der Neid entfernt werden. Wenn dein Bruder eine Gnade von Allah subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) bekommt, ob in seinem Körper, seinem Geld, seinem Haus, freue dich darüber und nähere dich Allah subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) mit der Freude darüber! Dies führt zur Zufriedenstellung Allahs subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) und führt zum Lohn im Jenseits. Ebenfalls zu den Dingen, die zur Vereinigung des Wortes gehören ist es, dass die Menschen sich gegenseitig zur Geduld anmahnen, denn kein Mensch ist fehlerfrei. Und wenn man miteinander geduldig ist, so werden ihre Zustände gut und sie nähern sich an. Allah subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) sagt:

“Doch verkünde frohe Botschaft den Standhaften/Geduldigen.”

[2:155]

Und Er subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) sagte:

“Gewiss, den Standhaften/Geduldigen wird ihr Lohn ohne Berechnung in vollem Maß zukommen.”

[39:10]

Gegenseitige Vergebung

Und was auch zur Vereinigung des Wortes führt, ist die gegenseitige Vergebung der Menschen untereinander, denn die Vergebung bringt Gutes, Rechtschaffenheit und Vereinigung des Wortes. Und ebenso zu den Mitteln des Vereinigen des Wortes, gehört das Fernhalten von den Aufrufen, die zur Spaltung der Menschen führen und die Menschen gegen ihre Machthaber oder Gelehrten aufhetzen, denn die Aufrufe der Bid’ah, der Leute der Gelüste und die Aufrufe zu den zerstörerischen Prinzipien, zum Verkleinern des Stellenwertes der Machthaber oder Gelehrten der Shari’ah, dies sind zerstörerische Aufrufe, gegen die man sich wehren muss. Der Kleine und Große muss sich dagegen stellen, denn Allah subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) befahl den Gläubigen, ihren Machthabern zu gehorchen und verbot ihnen, über die Machthaber zu reden und zählte dies zur üblen Nachrede und Verleumdung. Und ebenso befahl Er das Zurückkehren zu den Gelehrten der Shari’ah, besonders während der bedrückenden Geschehnisse und der Fitan (Unheil, Chaos), wie Allah subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) sagt:

“Und wenn ihnen eine Angelegenheit zu (Ohren) kommt, die Sicherheit oder Furcht betrifft, machen sie es bekannt. Wenn sie es jedoch vor den Gesandten und den Befehlshabern unter ihnen brächten, würde es wahrlich diejenigen unter ihnen wissen, die es herausfinden können.”

[4:83]

All dies sind Mittel, die zur Einheit des Wortes und zur Annäherung der Schöpfung führen.

Aus einem Interview mit Shaykh Sa’ad Al Shathri raḥimahullāh (möge Allāh ihm gnädig sein)