5 Dinge, die wir verschwenden

Allah subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) hat uns schwach erschaffen. Ständig befinden wir uns im Kampf mit uns selbst, also unserer Nafs, und dem Shaytan. Es obliegt uns, täglich an unserem Charakter zu arbeiten und dem Vorbild des Gesandten ṣallallāhu 'alayhi wa sallam (Segen und Friede Allāhs sei auf ihm) gerecht zu werden. In diesem Artikel folgen fünf Dinge, mit denen wir Muslime meist zu verschwenderisch umgehen.

“Und seid nicht verschwenderisch; siehe, er liebt die Verschwender nicht.”

[6:141]

1. Das Wasser

Das hättet ihr nicht erwartet, stimmts? Aber ist es nicht so? Wie oft vollziehen wir die Gebetswaschung und drehen dabei den Wasserhahn so weit auf, dass man davon einen ganzen Tag lang trinken könnte… subhanallah. Eines Tages habe ich eine kleine, bescheidene Moschee besucht. Dort gab es lediglich zwei kleine, übliche Waschbecken, an denen man Wudhu verrichten konnte. So drehte ich den Wasserhahn auf, und es kam beinahe so wenig Wasser heraus, dass es anfing herunterzutropfen. Daran war nichts zu ändern, da es Probleme mit der Leitung gab. Ein Bruder nutzte das zweite Waschbecken direkt neben mir. Schließlich nahmen wir es mit Humor und verrichteten problemlos Wudhu, auch wenn es einige Sekunden länger gedauert hat. Hinterher dachten wir uns: “Subhanallah, wir verrichten problemlos Wudhu, mit so wenig Wasser! Was für Unmengen an Wasser verschwenden wir dann eigentlich sonst jeden Tag?”

Eines Tages war ich in einer anderen Moschee, um das Eid Gebet zu verrichten. Es herrschte reger Betrieb. Hastig verrichtete ein Dutzend Kinder Wudhu im Waschraum, und subhanallah, sie drehten die Wasserhähne auf bis zum Anschlag, so dass es plätscherte, bis der halbe Waschraum unter Wasser stand. Ich belehrte sie eines Besseren und fragte mich: “Gehört es denn nicht zur islamischen Erziehung, den Kindern beizubringen, dass man nicht verschwenderisch handelt…? Natürlich sind es Kinder, aber die Dimension der Verschwendung war wirklich enorm. Ich meine, Allah subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) hat uns hierzulande die Gnade verliehen, stets und ständig über sauberes Wasser zu verfügen, in so gut wie unbegrenzter Menge. Trotz großer Fortschritte haben 748 Millionen Menschen nach wie vor kein sicheres Wasser zur Verfügung, während wir es als selbstverständlich betrachten. Jeden Tag sterben fast 1.000 Kinder durch verschmutztes Trinkwasser. Wie wenig wir bedenken…

2. Unsere Nahrungsmittel

Jahr für Jahr landen in allein in Deutschland 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Wert von circa 25 Milliarden Euro im Müll. Nicht unwesentlich tragen wir dazu bei, indem wir Produkte kaufen, die wir hinterher nicht verbrauchen. Gerade wir als Muslime sollten diesbezüglich achtsam sein und mehr darüber nachsinnen, wie viel Essen wir zubereiten, was wir kaufen und ob es wirklich nötig ist (das gilt natürlich für Güter sämtlicher Art). Vergesst nicht, dass Allah subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) uns sieht, und dass Er die Verschwendung nicht liebt.

3. Die Zeit von Allah subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er)

Eine der größten Gnaden unseres Schöpfers ist die Zeit. Allah subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) hat dem Menschen die Zeit gegeben, damit er Taten für das Jenseits vorausschicken kann. Wie häufig verschwenden wir unsere Zeit? Wie häufig sind wir mit belanglosen Dingen der Dunya beschäftigt, ohne dass es auch nur ansatzweise einen Nutzen für uns hat? Der Prophet ṣallallāhu 'alayhi wa sallam (Segen und Friede Allāhs sei auf ihm) sagte:

“Nutze fünf (Zustände) vor fünf (Zuständen): (Nutze) dein Leben vor deinem Tod, (nutze) deine Gesundheit vor deiner Krankheit, (nutze) deine Freizeit vor deiner Geschäftigkeit, (nutze) deine Jugend vor deinem Greisenalter und (nutze) deinen Wohlstand vor deiner Armut.”

Ibn Abbas; Bayhaqi

Allah subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) wird uns am Jüngsten Tag über jede Sekunde unseres Lebens befragen. Was werden wir Ihm erzählen?

“Meint ihr (Menschen) denn, dass Wir euch zu einem sinnlosen Spiel erschaffen hätten und dass ihr nicht zu Uns zurückgebracht werdet?”

[23:115]

4. Das unnötige Gerede

Dieses Thema knüpft eigentlich an das vorherige an. Am Jüngsten Tag werden wir tiefste Reue empfinden für jeden Moment, den wir nicht für das Gedenken Allahs subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) genutzt haben. Was hast du davon, mit deinem Bruder stundenlang über Arbeit, Nachrichten und Politik zu diskutieren? Unterhaltet euch über Themen der Religion, sprecht über einen Hadith, hört euch einen Unterricht an oder macht Dhikrullah! Wie viel Zeit verschwenden wir durch unnötiges Gerede, das keine Früchte trägt. Weder im Diesseits, noch im Jenseits. Subhanallah.

5. Unsere Nächte

Wie viele Nächte verschwenden wir, die wir mit großartigen Taten verbringen könnten? Wir gehen abends zu Bett und stellen über den vergangenen Tag nachsinnend fest, dass wir den Tag nicht richtig ausgenutzt haben. Wir stellen fest, dass wir mehr Taten hätten machen, und Allahs subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) mehr gedenken können. Alhamdulillah, nichtsdestotrotz haben wir nun die Möglichkeit, die bevorstehende Nacht zu nutzen. Um kräftig Hasanat zu sammeln, unseren Iman zu stärken und Allah subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) näher zu kommen. Stellt den Wecker dieses mal einfach ca. eine halbe Stunde vor Fajr (so mache ich es zumindest) und betet das Nachtgebet, nach der Art des Propheten ṣallallāhu 'alayhi wa sallam (Segen und Friede Allāhs sei auf ihm). Verrichtet also wenigstens zwei und bis zu acht Rak‘a, jeweils 2 Rak‘a zusammen (vergesst 3 Rak‘a Witr nicht).

Allahu akbar! Wie viel Lohn ihr allein für diese Nacht vorfinden werdet, wenn ihr am Jüngsten Tag vor Allah subḥānahu wa ta'āla (verherrlicht und erhaben sei Er) steht! Natürlich ist es nicht immer leicht, das Nachtgebet zu verrichten. Doch erinnert euch immer wieder an die Großartigkeit, die das Qiyãm al-Layl (das Stehen in der Nacht) mit sich bringt. Der Gesandte Allahs ṣallallāhu 'alayhi wa sallam (Segen und Friede Allāhs sei auf ihm) sagte:

“Ihr solltet das Qiyãm al-Layl beten, denn es war die Gewohnheit der rechtschaffenen Menschen, die vor euch waren und es wird euch näher zu eurem Herrn bringen. Es wird eine Sühne für eure schlechten Taten sein, euch vor Sünden bewahren und Krankheit vom Körper ausstoßen.”

At-Tirmidhî und Musnad Ahmad

Abu Hurayrah raḍyAllāhu 'anhu (möge Allāh mit ihm zufrieden sein) berichtete außerdem, dass der Prophet ṣallallāhu 'alayhi wa sallam (Segen und Friede Allāhs sei auf ihm) sagte:

“Das beste Gebet nach den vorgeschriebenen (d. h. den Pflichtgebeten) ist das in der Tiefe der Nacht.”

überliefert bei Muslim

Abschließend könnt ihr noch drei mal die Sura Al-Ihklas rezitieren, und ihr erhaltet die Belohnung, als hättet ihr in dieser Nacht ein mal den gesamten Koran durchgelesen. Der Prophet ṣallallāhu 'alayhi wa sallam (Segen und Friede Allāhs sei auf ihm) sagte über diese Sura:

“Bei Allah, in Dessen Hand meine Seele ist, sie kommt einem Drittel des Quran gleich.”

überliefert bei Bukhari

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